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Tauchen auf Curaçao – Karibik

Datum: Ende Oktober 2025
Ort: Curaçao – Niederländische Antillen
Wassertemperatur: 28,8 – 29,8°C
Sichtweite: sehr gut bis gut
Anreisedauer: ca. 16 Stunden aus Hannover

Ankunft und Abholung

Mit ein Toyota Pick-up, auf dessen Ladefläche unsere 6 Koffern und Handgepäck ohne Probleme Platz fanden, ging es dank der Google Maps Offline Karte von Curaçao in der Dunkelheit zu unseren Apartments.

Das Waterside Apartment lag etwa 15 Minuten Autofahrt vom Flughafen entfernt. Mittels Zahlencode konnten wir unsere Schlüssel für die Apartments ganz unkompliziert kontaktlos in Empfang nehmen. Da wir relativ spät am Abend ankamen, brachten wir unsere Koffer hoch, um direkt zum Einkaufen zu fahren. Da in der Karibik zu dieser Jahreszeit die Hurrikan-Saison beginnt, machte sich das Wetter auch auf Curacao bemerkbar. Auch wenn die Insel außerhalb der Hurrikan-Zone liegt, war es zugezogen, windig und der tropische Regen ließ nicht lange auf sich warten.

Kleiner Tipp für das Einkaufen zur Selbstverpflegung: AMT Center – vergleichbare Preise wie bei uns im Supermarkt. Es ist wichtig, ausreichend zu Trinken und natürlich darf der ein oder andere Snacks nicht fehlen.

apartment und die Organisation

Das Apartment Kiwa, welches sich im hinteren, oberen Teil der Villa befindet, liegt ruhig mit Blick auf den Innenhof und das hinter dem Grundstück liegenden Fußballfeld. Von der Terrasse aus kann man wunderschön die Snakebay – dem Tauchplatz direkt vor der Tür.

Sandra, die Managerin, die für uns Vorort da war, organisierte vorab bereits alles für unseren Non-limit Diving Urlaub. Wir hatten uns für den Urlaub 11,1 Liter Alu Nitrox Flaschen bestellt, die jeden Morgen gefüllt im Innenhof auf uns warteten. Nach dem Analysieren der Flaschen als Gegencheck, beluden wir den Pick-up mit jeweils zwei Flaschen pro Person. Mit vier Personen hatten wir trotz der 8 Flaschen noch ausreichend Platz auf der Ladefläche für unsere 4 Kisten und das Blei.

Wir haben unsere täglichen Ausflüge immer so geplant, dass wir uns für ein oder zwei Tauchsports auf der Insel entschieden und sind dann vollbeladen und mit genüg Proviant zum Tauchen gestartet.

Tauchplätze auf Curaçao

Check-Dive an der Snakebay – Hausriff

Unseren Check-Dive machten wir direkt an unserem Hausriff der Snakebay. Es blieb nicht bei einem Tauchgang – wir hängten noch zwei weitere an diesem Tag dran. Der Spot ist perfekt, um anzukommen: unkomplizierter Einstieg, gute Orientierung und auf praktisch jedem Tiefenmeter gibt es etwas zu entdecken.

Als Orientierungspunkt liegt auf ca. 9 Metern an der Riffkante ein Reifen – beziehungsweise das, was noch davon übrig ist. Von dort aus kann man das Riff entweder linke oder rechte Schulter nehmend betauchen. Egal, wie man sich entscheidet: Es fühlt sich so an, als würde das Riff ständig neue kleine Szenen liefern.

Wir sahen einen ganzen Schwarm Barrakudas, dazu Oktopusse, Schildkröten und diese herrlich winzigen Überraschungen: Kugel– und Kofferfische, so klein, dass man zweimal hinschauen muss.

Taucheinstieg über den Strand am Hausriff

Tugboat – Berühmter Tauch- und SchnorchelSpot

Erster Ausflug – Tugboat – ein Curaçao-Klassiker, und völlig zurecht. Der Spot liegt geschützt, ist gut erreichbar und hat eine entspannte Logistik: kurze Wege, klare Orientierung am Wasser, und man merkt sofort, dass hier täglich viele Taucher und Schnorchler unterwegs sind.

Das Highlight beginnt schon beim Abtauchen: Das Lichtspiel unter dem Pier ist wirklich besonders. Zwischen den Stelzen bricht das Sonnenlicht in Streifen und Kegeln – fast wie ein natürlicher Scheinwerfer. Es wirkt ruhig, leicht mystisch, und macht selbst einen einfachen “Rundgang” zu etwas richtig atmosphärischem.

Und dann liegt am Pier noch das Bohrschiff vor Anker. Beim Vorbeitauchen kann man es in der Nähe betrachten – mit seinen massiven Turbinen wirkt es wie ein technisches Monument im Blauen. Dieser Kontrast aus Wrack-Spot, Pier, Licht und Industrie-Silhouette macht den Spot am Tugboat Strand einfach einzigartig.


Playa Porto MarI – Fishbowl HIGHLIGHT

Am nächsten Tag ging es nach Porto Mari – und dieser Tauchgang begann direkt mit einem WOW-Moment. In ca. 15 Metern Tiefe empfing uns ein riesiger Fischschwarm. Es war als wäre man plötzlich mitten in einer lebenden Kugel aus Fisch: einer echten Fishbowl.

Auch über Wasser ist Porto Mari ein Ort, an dem man sorgenfrei einen ganzen Tag verbringen kann. Der Strand ist gepflegt und die Infrastruktur ist absolut taucherfreundlich mit einem Restaurant, einem Souvenir-Shop und Sanitären-Anlagen. Der Eintritt kostet 3 US-Dollar pro Person (für den Tag, ohne Liegestuhl).

Die Tauchbasis liegt zentral am Strandeingang und ist super praktisch: Man kann sie kostenlos nutzen, um das Equipment auszuspülen oder zu duschen – genau das, was man nach einem langen Tauch- oder Strandtag braucht.


Boka Grandi – abgelegene Bucht mit Speziellem Vibe

Schon die Anfahrt fühlt sich nach Abenteuer an: Man fährt es eine ganze Weile über einen hügeligen Schotterweg, bis man bei einem verlassen wirkenden Anwesen ankommt – dort wird die Nationalparkgebühr von 5 US-Dollar pro Auto entrichtet. Es sah im ersten Moment ziemlich strange aus. Vermutlich einfach, weil man gefühlt durch Privatbesitz fährt, um überhaupt zum Strand zu gelangen. Der Weg zweigen zu zwei weitere Strände ab. Wir entschieden uns für den mittleren, weil man von dort aus in beide Richtungen tauchen kann – und so gleichzeitig einen Überblick bekommt, wie die anderen beiden Spots unter Wasser aussehen.

Der Anblick lohnt sich jedoch, sowohl an der Oberfläche als auch Unterwasser. Wir waren zu Beginn des Tages die einzigen in der kleinen Bucht und erhielten gegen Mittag Besuch von einem Pärchen mit Hund, die sich den kleinen privaten Strand zum Picknicken zu Eigen machten. Ein Ausflugsziel, was sich auch für Nicht-Taucher hervorragend eignet.


Atlantis – wunderschönes Lichtspiel, Parken direkt neben dem einstieg

Nach mehreren entspannten Tauchgängen am Hausriff und einer Inseltour mit dem Auto machten wir einen Ausflug zum Tauchplatz Atlantis. Hier ist der Zugang inzwischen etwas kniffliger, weil der frühere Parkplatz mittlerweile zu einem Resort gehört, was die Verfügbarkeit deutlich einschränkt.

Wir stellten uns daher an das Ende einer Querstraße – parallel zur Empfehlung – mit Blick auf die Bucht, bauten dort unsere Ausrüstung auf und konnten von da aus über eine kleine Treppe direkt zum Strand gehen. Und dann kam wieder dieser Curaçao-Moment, den man schwer beschreiben kann: Die aufgeschütteten Wellenbrecher, die inzwischen zu einer Art kleinem Resortbereich umgewandelt wurden, schimmerten im Sonnenlicht. Das Wasser reflektierte in hellen Flächen – ein atemberaubendes Lichtspiel.

Tauchmäßig war es ebenfalls top: Zwei Tauchgänge sind empfehlenswert, einmal nach links, einmal nach rechts – klassisch Curaçao.


Cas Abao – Top-Infrastruktur, aber Wellengang und milchige Sicht

Ein weiterer toller Spot mit super Infrastruktur ist der Cas Abao Strand. Die Tauchbasis liegt direkt am Strand, alles ist nah beieinander und sehr komfortabel. Die Basis kann man kostenlos nutzen. Für die Zufahrt zum Strand zahlt man 8 US-Dollar pro Auto.

Wir hatten hier allerdings starken Wellengang und eine etwas milchige Sicht, zumindest ungefähr die halben Strecke bis zur Riffkante. Dafür gab es ein cooles Detail für die Navigation: Auf dem Rückweg helfen einem Schilder, auf denen man noch schemenhaft „CAS ABAO“ erkennt. Diese stehen so, dass man – egal von welcher Seite man kommt – eine gute Orientierung zurück zum Strand hat.

Der Strand lohnt sich auch als Tagesausflug für Nichttaucher oder einen tauchfreien Tag. Der Sandstrand ist schön, dass Wasser – wenn nicht gerade starker Wellengang ist – klar und warm. Ihr findet eine Bar und einen Imbiss Vorort und könnt so einen entspannten Tag am Meer verbringen und die Seele baumeln lassen.


Daaibooi Baai – letzter Tauchgang, urig und anspruchsvoll

Unser letzter Tauchgang fand bei sehr starkem Wellengang am Daaibooi Baai statt. Der Strand ist deutlich uriger als die typischen Postkarten-Spots – weniger geschniegelt, weniger “Beach Club”, dafür authentisch und entspannt.

Praktisch: Wir konnten direkt am Strand die Ausrüstung aufbauen und starten. Die Bedingungen waren aber herausfordernd: Vorsicht beim Einstieg – viele größere Steine im flachen Bereich des Strandes, besonders bei starkem Wellengang. Wegen der schlechten Sicht mussten wir relativ weit rausschnorcheln. Wir entschieden uns dann, ungefähr ab der Hälfte der Bucht abzutauchen und zur Riffkante zu navigieren. Die Sicht blieb jedoch sehr bescheiden, was den Tauchgang eher zu einem Navigations- als zu einem “genießen und treiben lassen”-Tauchgang gemacht hat.


Fazit: Curaçao kann easy – und kann Abenteuer

Was uns an Curaçao begeistert hat, ist diese Bandbreite: Du hast Hausriffe, an denen du entspannt “reinkommst”, ikonische Spots wie Tugboat mit Gänsehaut-Lichtstimmung, perfekt organisierte Strände wie Porto Mari und gleichzeitig abgelegene Buchten wie Boka Grandi, die sich anfühlen wie ein kleiner Ausflug ins Unbekannte.

Wenn du Curaçao betauchst, lohnt es sich, nicht nur die bekannten Namen abzuhaken, sondern auch die “kleinen” Spots mitzunehmen. Denn genau dort passieren oft die Momente, die am längsten hängen bleiben.

Es ist eine Reise die sich lohnt, auch wenn die Korallenbleiche auch hier allgegenwärtig ist. Die Einstiege und die Bedingungen sind super und können – je nach Level – angepasst werden, sodass jeder auf seine Kosten kommt.